Datenqualität
Datenqualität vor Marketing-Automatisierung
Welche Daten müssen vor einer Marketing-Automation stimmen? Ein Arbeitsraster für Identität, Feldbedeutung, benötigte Werte und Ausnahmefälle.
Prüfen Sie die Daten für jede geplante Aktion, bevor Sie eine Marketing-Automation aktivieren. Entscheidend ist, ob der Ablauf den richtigen Vorgang erkennt, die benötigten Werte richtig deutet und bei Unklarheiten anhält. Ein vollständig ausgefüllter Kontaktdatensatz ist dafür weder immer nötig noch allein ausreichend.
Vom Ergebnis rückwärts prüfen
Beschreiben Sie eine konkrete Aktion, etwa das Anlegen einer internen Aufgabe nach einer Anfrage. Klären Sie, welche Angaben die Aufgabe braucht, woran Sie dieselbe Anfrage wiedererkennen, welcher Wert die Zuständigkeit bestimmt und welcher Zustand danach im Zielsystem vorliegen soll.
Ein Feld ist kritisch, wenn sein Fehlen oder ein falscher Wert die Entscheidung oder ihr Ergebnis verändert. Für eine interne Zuordnung kann die Telefonnummer entbehrlich sein; für einen späteren Anruf kann sie erforderlich werden.
| Qualitätsfrage | Möglicher Befund | Entscheidung vor dem Start |
|---|---|---|
| Identität | Zwei Eingänge könnten derselbe Vorgang sein | Regel zur Wiedererkennung und für unklare Fälle festlegen |
| Bedeutung | „Region“ meint in zwei Systemen Unterschiedliches | Maßgebliche Definition festlegen |
| Vollständigkeit | Ein Wert für die nächste Aktion fehlt | Aktion zurückhalten und Klärung zuweisen |
| Aktualität | Ein Wert wurde seit der Anfrage geändert | Festlegen, ob der damalige oder der aktuelle Wert zählt |
Prüfliste vor der Marketing-Automatisierung
- IdentitätZwei Eingänge könnten derselbe Vorgang sein
- Bedeutung„Region“ bedeutet in zwei Systemen Unterschiedliches
- VollständigkeitEin Wert für die nächste Aktion fehlt
- AktualitätEin Wert wurde seit der Anfrage geändert
Vollständigkeit am Ablauf messen
Vollständigkeit lässt sich daran messen, welcher Anteil der erwarteten Informationen tatsächlich vorhanden ist. Legen Sie dafür die Angaben zugrunde, die die konkrete Aktion braucht, und trennen Sie fehlende Werte, die das Ergebnis verändern, von Angaben, die für diesen Ablauf nicht gebraucht werden.
7 Schritte zu besserer Datenqualität im Unternehmen
- Zielaktion definieren
- Kritische Felder identifizieren
- Vollständigkeitskriterien festlegen
- Aktualität prüfen
- Herkunft und Bedeutung klären
- Ausnahmen regeln
- Freigabeentscheidung dokumentieren
Frische und Zeitpunkt bewerten
Ein Wert kann korrekt gewesen sein und inzwischen überholt sein, etwa eine frühere Telefonnummer. Prüfen Sie deshalb, ob für die konkrete Aktion der bei Eingang gespeicherte oder der aktuelle Wert zählt und ob er rechtzeitig verfügbar ist.
Halten Sie fest, wann ein Wert zuletzt geändert wurde und wann er im Zielsystem vorliegen muss. Auch korrekte und aktuelle Daten helfen nicht, wenn sie erst nach dem benötigten Zeitpunkt eintreffen; bei einer Schnittstelle kann daher auch ihre Laufzeit für die Freigabe relevant sein.
Herkunft und Bedeutung klären
Klären Sie für die verwendeten Werte, ob sie die Bedeutung tragen, die der Ablauf voraussetzt; ein Feld kann in zwei Systemen Unterschiedliches bedeuten. Die dauerhafte Feldvereinbarung zwischen Systemen ist eine eigene Aufgabe und wird im Schwesterartikel behandelt. Prüfen Sie vorab, ob die tatsächlich eingesetzte Verbindung die gewünschte Regel zulässt.
Den richtigen Datensatz treffen
Unterscheiden Sie Kontakt, Unternehmen und einzelne Anfrage. Dieselbe Person kann mehrere Anfragen stellen; gleiche Namen können zu verschiedenen Personen gehören. Legen Sie für jede Einheit fest, wie ein vorhandener Datensatz erkannt wird und wann ein Treffer zur Prüfung geht.
Bei HubSpot können Kontaktimporte bestehende Kontakte anhand der E-Mail-Adresse aktualisieren. Auch Record IDs oder geeignete eindeutige Eigenschaften können beim Import zur Zuordnung dienen. Fehlt eine solche Kennung, kann ein Import unbeabsichtigt neue Kontakte anlegen.
Schritte zur Datensatzidentifikation im CRM (HubSpot)
- Kontaktimport mit E-Mail-Adresse
- Verwendung von Record IDs oder eindeutigen Eigenschaften
- Fehlende Kennung → neue Kontakte anlegen
Identität nach Datensatzart prüfen
Die Wiedererkennung kann je nach Datensatzart auf unterschiedlichen Kennzeichen beruhen. HubSpot gleicht Unternehmen standardmäßig anhand der primären Werte des Unternehmensdomainnamens ab; bei einer Synchronisierung über eine Data-Sync-App können jedoch eigene Regeln gelten.
Prüfen Sie deshalb, ob die Kennung für genau die betroffene Einheit zuverlässig ist. Ein Treffer auf Unternehmensebene beantwortet nicht automatisch, ob zwei Anfragen derselben Person denselben Vorgang darstellen.
Für Ausnahmen einen Ausgang festlegen
Unterscheiden Sie verwendbar, zur Klärung zurückhalten und außerhalb des Ablaufs. Ein unbekannter Auswahlwert sollte nicht stillschweigend zu „Sonstiges“ werden. Halten Sie bei einem zurückgehaltenen Vorgang Grund, zuständige Person und nächsten Schritt fest. Vor einer späteren Fortsetzung ist zu prüfen, ob die geplante Aktion inzwischen bereits erfolgt ist.
Eingaberegeln an der Quelle helfen, decken aber nicht jeden Änderungsweg ab. HubSpot setzt seine Eigenschaftsvalidierung beispielsweise bei Workflows und bei Formularen aus dem älteren Editor nicht durch. Eine gültige Eingabe in einer Oberfläche garantiert deshalb nicht, dass ein später verarbeiteter Wert brauchbar ist.
Gültigkeit und Richtigkeit unterscheiden
Ein Wert kann einem Format entsprechen und trotzdem falsch sein. Prüfen Sie daher getrennt, ob er zulässigen Regeln entspricht und ob er die Wirklichkeit korrekt abbildet. Für die inhaltliche Prüfung können ein maßgebliches Referenzsystem, externe Validierung oder Rückmeldungen herangezogen werden.
In HubSpot gelten Eigenschaftsvalidierungen beim Bearbeiten und beim Import von Daten; bereits vorhandene Werte werden dadurch nicht nachträglich angepasst. Eine formal gültige Eingabe belegt deshalb weder, dass ältere Werte geprüft wurden, noch dass der Wert für die geplante Aktion inhaltlich stimmt.
Gültigkeit vs. Richtigkeit: Was unterscheidet beide?
- Gültigkeit
- Richtigkeit
Die Freigabeentscheidung festhalten
Notieren Sie vor der Aktivierung den erwarteten Ausgang für einen eindeutigen Vorgang, einen fehlenden oder unbekannten Wert, widersprüchliche Angaben und einen wiederholten Eingang. Prüfen Sie bei der Einrichtung sowohl den vorgesehenen Weg als auch den Zielzustand in einer sicheren Umgebung.
Nach dem Start zeigen wiederkehrende Korrekturen, unklare Treffer und falsch zugeordnete Werte, welche Datenregel verbessert werden muss.
In diesem Leitfaden
- Kontaktfelder zwischen Systemen vereinheitlichenSo vereinbaren Sie Bedeutung, Werte, Änderungsrichtung und Konfliktregeln für Kontaktfelder, die zwischen Systemen übertragen werden.
- Doppelte Datensätze bei Importen vermeidenWählen Sie eindeutige Kennungen, bereinigen Sie Importdateien und prüfen Sie das Ergebnis, damit Kontakte und Vorgänge nicht doppelt entstehen.
- Pflichtangaben vor einer automatischen Aktion prüfenLegen Sie je automatischer Aktion die nötigen Angaben fest und führen Sie fehlende, ungültige oder widersprüchliche Werte in einen klaren Ausnahmeweg.

